Biographie der Künstlerin

 

 Traudel Pichler wurde am 13. Oktober 1941 in Mülheim/Ruhr in Deutschland als drittes Kind von Luise und Helmut Pichler geboren.

 

Traudel Pichler Die ersten Jahre waren durch die Unruhen des Zweiten Weltkriegs geprägt. Auch Mülheim/Ruhr galt als primäres Ziel für die Alliierten Bombenangriffe. Die Mutter Luise hat nach der Geburt ihres dritten Kindes Deutschland mit den drei Kindern verlassen, um bei den Schwiegereltern in Hinterbrühl bei Wien den Bombenangriffen zu entgehen. Luise Pichler's eigene Mutter, Traudel Pichler's Großmutter ist 1942 bei einem Bombenangriff auf ein Krankenhaus in Mülheim/Ruhr, in dem sie zur stationären Behandlung war, ums Leben gekommen.

 


Traudel PichlerDie Familie überstand unbeschadet den Zweiten Weltkrieg und hat auch wieder zusammengefunden, kam aber schnell ins Visier der Alliierten Besatzungsmächte. Helmut Pichler war während des Krieges Abteilungsleiter am „Kaiser Wilhelm Institut für Kohleforschung" in Mülheim/Ruhr und somit als Wissenschaftler bei den Alliierten ein gefragter Mann. Dies hatte zur Folge, dass Helmut Pichler mit seiner Familie 1948, wie viele andere Wissenschaftler aus Deutschland auch, in dieser Zeit in die USA emigrierte. Traudel Pichler war zu diesem Zeitpunkt 6 Jahre alt und wohnte bis 1956 in Trenton New Jersey, wo sie die Ewing Junior High School besuchte. Bemerkenswert für diese Zeit ist 1956 die Rückkehr der Familie nach Deutschland, ebenfalls durch den Beruf ihres Vaters veranlasst. Die neue Heimat sollte Karlsruhe, im Südwesten der BRD werden, wo sie zwischen 1956 und 1960 das Realgymnasium besuchte.

 


Traudel Pichler erste Ausstellung1960 begann Traudel Pichler ein Studium an der „Staatlichen Akademie der bildenden Künste Karlsruhe". Hier studierte Sie drei Semester Graphik bei Professor Karl-Wilhelm Meyer und Professor Hans Gaensslen, bevor Sie in das Geburtsland ihres Vaters Österreich übersiedelte, dem sie bis zu ihrem Tod verbunden bleiben sollte.

Traudel Pichler absolviert Studium

 

Von 1961 bis 1965 studierte Traudel Pichler in Wien an der „Akademie der bildenden Künste" und schließt mit einem Diplom und dem Meisterschulpreis ab.

1965 findet die erste Ausstellung von Traudel Pichler in der Galerie der Österreichischen Staats-druckerei in Wien statt. Frühzeitig beantragte Traudel Pichler die Österreichische Staatsbürgerschaft, ein Zeichen dafür, dass sie „ihre" Heimat gefunden hatte. Am 9. Oktober 1967 wurde ihr erster Reisepass der Republik Österreich ausgestellt. In den Jahren nach Abschluss des Studiums siedelte Traudel Pichler nach Salzburg um. Sie unternahm jetzt auch Reisen nach Italien und Spanien.


Traudel Pichler im KünstlerhausIn diesen Jahren etabliert sich Traudel Pichler durch rege Ausstellungstätigkeit in der österreichischen Kunstszene, bevor sie im Jahr 1969 einen Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste in Wien aufnahm und somit wieder in Wien wohnhaft wurde. 33 Jahre, bis zu ihrem Tod sollte sie der Akademie der Bildenden Künste als Mitarbeiterin zur Verfügung stehen. 1972 wurde dieser Lehrauftrag in eine ordentliche Assistentenstelle an der Meisterschule für Grafik umgewandelt.


Traudel Pichler Aquarellsymposium in Salzburg1974 erwarb Traudel Pichler den alten, herunter-gekommenen Pfarrhof in Ziersdorf, Nieder-Österreich, welcher ihr Kleinod und Refugium werden sollte. Am 33. Geburtstag von Traudel Pichler, den 13. Oktober 1974 verstarb ihr Vater Prof. Dr. Dr. Helmut Pichler.

 

1975 wird ihr der Förderungspreis zum Österreichischen Staatspreis für Malerei verliehen.

 

1983 verstirbt die Mutter Luise Pichler im Alter von 79 Jahren.

Traudel Pichler im Atelier Traudel Pichler bei der auswahl von Ölfarbe Ebenfalls 1983 wird im Nieder-Österreichischen Dokumentationszentrum St. Polten eine Große Personalausstellung von Stillleben durchgeführt und ihr im selben Jahr noch der Kulturpreis des Landes Niederösterreich verliehen. Ende der 80iger Jahre kauft Traudel Pichler das vom Abriss bedrohte alte Ziersdorfer Schulhaus von 1795. In Eigenleistung wird das Gebäude in ein Atelier und Ausstellungsgebäude umgestaltet.

 

Am 6. Oktober 1992 wird Traudel Pichler in Anerkennung ihrer Leistungen, sowohl als Pädagogin als auch als Künstlerin für die Republik Österreich, der Professorentitel verliehen.

 

Nach kurzer schwerer Krankheit stirbt Traudel Pichler überraschend am 1. Juli 2002.